Winter 1954. Oh Happy Day. Eine Straße. Ein Kinderwagen. Ein Baby. Sonne. Welch ein Genuss.
Ein richtiger Winter. Und keine Autos in der Nähe. Die Bedingungen, um später einmal Fotograf zu werden, waren prächtig. Meine Mutter befand sich in der Blütezeit ihrer Fotografie; jedes Bild von ihr aus der Familie und dem Dorf ist ein Kleinod.
Mein Vater hatte als Friseurmeister ein schönes Leitmotiv. Es hieß: „Lass Dir Zeit.“ In unmittelbarer Nachbarschaft befanden sich eine Tischlerei, eine Schmiede, eine Bäckerei und eine Imkerei. Warum ein kleines Dorf gleich drei florierende Gaststätten vertrug, ist eine andere Geschichte.
Selbst wenn die biografischen Bedingungen nicht in der Wiege gelegen haben mögen, gibt es immer wieder aufs Neue die Möglichkeit, sich positive Voraussetzungen zu kreieren, um fotografieren zu können. Fotografie ist sehr oberflächlich; und wenn Du in der Situation sehr oberflächlich bist, ist Deine Bildaussage flach. Es gilt also, beim Fotografieren vollkommen eins mit dem Leben zu sein. Je tiefer Du mit dem Leben verbunden bist, desto tiefer werden Deine Bilder.

